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Die Geschichte eines Bühnenbilds

By 5. Juli 2019 No Comments

Nicht nur die Teilnehmer*innen haben sich während der/durch die Tournee merklich verändert – auch dem Bühnenbild von „Was ihr wollt“ sieht man die letzten drei Monate an: Hier und da ein paar Schrammen, an mancher Kante fehlt nun die Farbe auf dem Holz, die eine Ecke ist mittlerweile ein wenig abgerundet… Doch all das macht nichts. Im Gegenteil: Jeder Makel an beiden Objekten – jeweils bestehend aus 110 Schrauben mit Gewinde, 52 Steckscharnieren, sechs Blenden, fünf Rippen, vier Platten und vier Verbindungsstücken zwischen den Platten – ist ein Beweis dafür, dass eine Inszenierung etwas Lebendiges ist. Sie lebt u.a. durch die Spieler*innen, die Kostüme (Lena Martin), die Musik (Lukas Schäfer), das Licht (Olaf Brandt/Rico Großer) und eben durch den Raum, den das Bühnenbild formt.

Schon zum achten Mal stammt das Bühnenbild bei TheaterTotal aus der Hand der Bochumer Künstlerin Dorothee Bielfeld. Für sie, die sonst hauptsächlich statische, an einen speziellen Ort gebundene Kunstwerke schafft, ist die Arbeit bei TheaterTotal eine spannende Herausforderung: „Bei meinen anderen Arbeiten bedingt der Raum, in dem die Objekte platziert werden, die Objekte selbst. Auf der Bühne ist es umgekehrt: Hier arbeite ich mit einer schwarzen Box, in der erst durch meine Objekte Räume entstehen, die durch die Umbauten und die Beleuchtung immer wieder variieren. Diese Umkehrung macht einen ganz besonderen Reiz der künstlerischen Arbeit aus.“

Auch für Barbara Wollrath-Kramer ist die Zusammenarbeit mit Dorothee Bielfeld eine besondere: „Dieser Raum kann alles: Menschen tragen, Weite und Enge schaffen und in der Regiearbeit Raum entstehen lassen, mit einer höchst spannenden Atmosphäre.“

Noch zehn Mal tanzt das Bühnenbild von Dorothee Bielfeld – kommen Sie, schauen Sie!